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Deutschland führt Krieg. Plakatkampagne zum Kundusmassaker24.09.2010

Plakat-Krieg sabotieren

Am 04. September 2009 ließ die Bundeswehr bombardieren: 142 tote afghanische Kinder, Frauen und Männer


Die Initiative gegen Krieg und Militarisierung startete am 1. September 2010 in über 30 Städten eine Plakat- und Postkartenkampagne, mit der anlässlich des Kunduz-Massakers vom 4.9.2009 der zivilen Opfer von Kriegen gedacht werden soll. Gleichzeitig dokumentiert die Serie Aktivitäten von Friedensaktivisten, die sich gegen Krieg und Militarisierung engagieren. Die Kampagne fordert dazu auf, sich der Logik des Krieges aktiv entgegenzustellen.

Am 4. September jährt sich der Tag des Bombenabwurfs auf zwei Tanklastwagen bei Kunduz, bei dem unter dem Befehl der Bundeswehr bis zu 142 Menschen getötet wurden. Diesen Jahrestag hat die „Initiative gegen Krieg und Militarisierung“ zum Anlass genommen, mit einer Plakat- und Postkartenserie an die blutige und ungeschönte Kriegsrealität zu erinnern. Sie ist dem Gedenken all jener gewidmet, die in den aktuellen Kriegen auch unter Beteiligung der Bundeswehr verletzt, verstümmelt, vergewaltigt, traumatisiert oder getötet werden.

Sie soll aber auch aufzeigen, dass es Menschen gibt, die sich der Logik des Krieges aktiv verweigern; sei es durch das Blockieren von Kriegstransporten, das Sabotieren von Kriegsgerät, das Desertieren, das Kündigen eines Jobs im Kriegsgeschäft oder auch durch offene Stellungnahme gegen den Krieg.

Mit unseren Plakaten und Postkarten wollen wir uns gegen das Verdrängen der blutigen und menschenverachtenden Realität von Kriegen wenden, die in unserem Namen geführt werden und für die wir deshalb Verantwortung tragen. Wir wollen dazu ermutigen, diese Verantwortung zu übernehmen und sich dem Krieg konsequent entgegen zu stellen. Denn wenn es stimmt, dass heute 70% der Bevölkerung in Deutschland den Krieg in Afghanistan und die Militarisierung der Zivilgesellschaft ablehnen, dann ist an der Zeit, dass sich diese „passive Ablehnung“ in „aktive Kriegsverweigerung“ wandelt. Die zunehmende Militarisierung unseres Alltags und die wachsende Präsenz der Bundeswehr im zivilen Leben bieten dazu Anlass und Gelegenheit zugleich.

Die Plakate und Postkarten sollen dazu ermutigen, ein aktives „Nein!“ gegen den Krieg und die Militarisierung zu formulieren. Es ist uns ein Anliegen, diese aktive Ablehnung zu stärken und zu einer selbstverständlichen, selbstbewussten Haltung zu machen.

Die Texte auf den Postkarten und Postern:

Gemeinsamer Text:

Deutschland führt Krieg.
Am 4. September 2009 ließ die Bundeswehr bei Kunduz Tanklaster bombardieren, bei denen sich Menschen aus der Umgebung versammelt hatten. Bei diesem Massaker starben bis zu 142 Menschen. Doch auch bei den alltäglichen Einsätzen der deutschen Soldaten sterben jeden Tag Menschen, von denen wir keine Zahlen, keine Gesichter und keine Namen kennen. 90% der Toten in heutigen Kriegen sind zivile Opfer.

Spezielle Texte der drei Motiv-Varianten:

1) Blockieren rettet Menschenleben.
646 Es ist möglich, sich der Logik des Krieges zu verweigern. Im Februar 2008 blockierten Friedensaktivisten in Husum einen NATO-Transportzug, der Kriegsgerät für ein Manöver geladen hatte. Das Gerät war dazu bestimmt, dass auch Bundeswehrsoldaten das tägliche Kriegshandwerk üben. Zu allen Zeiten und in allen Kriegen haben sich Menschen in Deutschland wie in anderen Ländern dem Krieg durch Blockaden von Transporten und Militärstützpunkten in den Weg gestellt. Denn was hier aufgehalten wird, kann in Afghanistan und anderswo keinen Schaden mehr anrichten.

2) Sabotieren rettet Menschenleben.
650 Es ist möglich, sich der Logik des Krieges zu verweigern. In allen Kriegen haben Menschen Kriegsgeräte unschädlich gemacht. So haben in den letzten Jahren Friedensaktivisten in Hamburg, Magdeburg, Heilbronn, Ulm, München und Berlin Bundeswehrfahrzeuge mit verschiedenen Mitteln sabotiert. Ostern 2009 wurde der gesamte Fuhrpark der Offiziersschule in Dresden abgerüstet. Solange Krieg geführt wird, werden auch in Deutschland Friedensaktivisten Waffen und andere Kriegsgeräte zerstören, um sich gegen die Kriegslogik zu wehren. Denn was hier unbrauchbar gemacht wird, kann in Afghanistan und anderswo keinen Schaden mehr anrichten.

3) Desertieren rettet Menschenleben.
649 Es ist möglich, sich der Logik des Krieges zu verweigern. Zu allen Zeiten haben sich Menschen entschieden, die Waffen fallen zu lassen und sich nicht länger an Kriegen zu beteiligen. In Deutschland wird nun endlich auch der Deserteure der Wehrmacht gedacht, die sich dem 2. Weltkrieg verweigert haben. In Vietnam hat u.a. das massenhafte Desertieren eine Beendigung des Krieges erzwungen. Immer wieder sind Menschen bereit, Deserteure zu verstecken. Die Zahl derer, die sich den Kriegseinsätzen der Bundeswehr verweigern, wird geheim gehalten – Doch auch Bundeswehrsoldaten desertieren. Denn wer heute dem Krieg den Rücken kehrt, kann morgen in Afghanistan und anderswo keinen Schaden mehr anrichten.


Quelle: Interventionistische Linke: www.dazwischengehen.org

Mehr Informationen: http://www.afghanistankampagne.de

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